DAS HERZ
Jedes WE ist einem Oberthema aus den 24 Organthemen der Tibetanischen Körpertherapie gewidmet. Hier erfolgt eine Betrachtung der Herzens Themen. Die Beschreibung der Tibetanischen Körpertherapie finden sie unter dem Punkt: Was ist Tibetanische Körpertherapie.
Das HERZ, die Entwicklung unserer Liebe
Deine Aufgabe ist es nicht Liebe zu suchen,
sondern alle Mauern einzureissen,
die du gegen sie aufgebaut hast.
Rumi
Das Herz
- der Ort unserer Liebesfähigkeit, unseres Mitgefühls, der bedingungslosen Annahme und Liebe,
- die weibliche, fühlende unschuldige Kraft in uns
- die Herzintelligenz
- der Sitz unseres grössten Energiezentrums für elektromagnetische Wellen
- ein starkes und offenes Herz zeigt sich in einer annehmenden und offenen Haltung, die das ganze Wesen ausstrahlt
- im Herzen ruhen, aus dem Herz heraus handeln
- kraftvoll den Weg seines Herzens zu gehen
- das Becken ist entspannt, das Herz führt, der Kopf ist still und folgt
- Liebe ausdrücken können, Liebe zu sein
Qualität des Herzens:
- urteilsloses Annehmen dessen was ist: Freudiges wie Trauriges, Angenehmes wie Unangenehmes
eine offene, aufgerichtete, entspannte Haltung im Oberkörper und den Schultern zu haben - es besteht ein guter Zugang zum Herzen, zur Selbstliebe und zur Liebe für die Natur, für die Tiere und Menschen
Liebe fliesst, wie Wasser, je mehr ich gebe, desto stärker fliesst sie zu mir zurück
- das Becken, unsere Sexualität und unserer Wille sind die „Kinder“ in unserem System, aus dem Herzen erwacht unsere erwachsene verantwortungsvolle Herzpersönlichkeit, das Ego schmilzt darin
- das Herz hat Freude wenn es selbstlos dienen kann, wenn es sein oder ihr individuelles Geschenk geben kann, Liebe zu empfangen besänftigt das Herz
- das Herz entspannt sich in Ruhe, bekommt Kraft in Bewegung
- ein entspannter oberer Rücken öffnet das Herz
- tiefe Brustatmung
- wenn das Herz in der Stimme mitschwingt heisst das: „Ich liebe dich, ich fühle dich.“
- das Herz hilft uns, Schweres und Unverzeihliches zu verzeihen
- es gibt viele Herz-Meditationen, die Artisha Meditation z.B. arbeitet mit der Wandlungs- und Transformationskraft unseres Herzens
Farbe des Herzens: blutrot
Tier des Herzens: Koalabär
Probleme mit dem Herz
- alle Erkrankungen am Herzen: Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, Herzinfakt, Agina pectoris (Herzenge), Herzklappendefekte, Herzinsuffiziens, Herzmuskelerkrankungen, Thrombosen,..
- eine flache Atmung
- Bitterkeit in uns übersäuert den Körper, das Blut wird dicker, verklumpt und es gibt Ablagerungen an den Gefässwänden. Wenn dazu noch Stress, Rauchen, eine schlechte Ernährung, Übergewicht und Bluthochdruck dazu kommen, wird der Selbstvergiftungsprozess verstärkt.
- viele Menschen mit Long Covid und Post Vakzin Syndrom haben dickes, verklumptes Blut, wenig körperliche Kraft & Ausdauer, auch da spielt das geschwächte Herz eine grosse Rolle
- Augenerkrankungen gehören ebenfalls in den Bereich der körperlichen Dysbalancen des Herzens, vor allem wenn sie mit Austrocknung der Tränenflüssigkeit oder mit Xanthelasmen (Stoffwechselstörungen) um die Augen zu tun haben
- Altersmelancholie
- Stress und Negativität machen krank
- das Festhalten an Enttäuschungen in der Liebe, an Bitterkeit und Frustrationen stört den Fluss der Liebe, man stagniert und sammelt Gifte an
- Urteile verschliessen unser Herz
Das nach Bedeutung strebende Ich vergiftet unsere bedingungslose Liebe, wir wollen mehr sein, statt einfach nur zu sein, und verwechseln Liebe mit einem Handel. Wenn wir Liebe geben, wollen wir auch etwas zurück. Unsere Bedürftigkeit wird zu einer Forderung, die sich als ein Wunsch nach Liebe tarnt. Unter der Oberfläche eines scheinbar Erwachsenen schlummern diese kindlichen Bedürfnisse , so wie unsere illusorischen Vorstellungen über Liebe.
Diese Bedürftigkeit stammt aus unserer Kindheit, wo wir einen Mangel an Liebe und Zuwendung erfahren haben. Diesen wollen wir jetzt endlich erfüllt bekommen. Dafür strengen wir uns wahnsinnig an, haben immer Verständnis und stehen immer zur Verfügung und meinen dann, das selbe oder noch viel mehr zurückzubekommen.
Es gibt Redewendungen wie „sein Herz“ verlieren und „das gebrochene Herz“, sie sind Ausdruck des selben Missverständnisses. Der „Liebeshandel“ hat nicht funktioniert. Das eigene Herz wurde verleugnet im Versuch andere glücklich zu machen, um selbst glücklich zu sein.
Was ist der Unterschied zwischen einem Herzen das sich verschenkt und einem das sich aufgibt?
Sich zu verschenken, hat den Geschmack von Fülle, Würde und Respekt.
Der Handel mit Liebe, der einem Aufgeben unseres Selbst gleichkommt, hinterlässt ein Gefühl von Leere, Frustration, Bitterkeit und Enttäuschung in uns.
Wie kam es zu den Verletzungen unseres Herzens?
Durch Verlust oder Bestrafung in unserer Kindheit fingen wir an schlechte Gefühle (wie Schmerz und Angst) in uns selbst zu empfinden. Wir passten uns den Wünschen der anderen an, nur damit wir nicht bestraft werden. Am Ende bettelten wir um Liebe und vergessen das wir diesen Schatz die ganze Zeit schon in uns selbst tragen.
Die ganzen Erwartungen, Bedingungen, Forderungen und Anklagen legen sich immer mehr über unser sensibles, feines Herz. Auch Neid ist wie ein Gift für unser Herz.
Jeder nicht gefühlte Schmerz legte sich wie ein Ring um unser Herz oder verschliesst die Türen in unserem Herzen.
Viel Schmerz lässt das Herz irgendwann erkalten oder komplett zugehen. Wir verbittern und bekommen Herzprobleme.
Wir haben Angst diesen Schmerz zuzulassen, weil wir glauben das nicht aushalten zu können, dabei ist unser Herz, sind wir als Erwachsene dazu in der Lage tiefen Schmerz zu fühlen, dabei schmelzen die Verhärtungen in unserem Herzen Schritt für Schritt.
In unserer Kindheit sind die ersten Lebensjahre entscheidet für die Entwicklung unserer Bindungs- und Liebesfähigkeit. Kinder sind noch in der Lage, Schmerz direkt auszudrücken und im nächsten Moment wieder zu lachen. Bleiben jedoch essentielle Bedürfnisse wie Geborgenheit, Gehalten, Berührt-, und Liebkostwerden unerfüllt, erleben sie durch diesen Mangel Verlustängste und Schmerz. Wenn niemand da ist der sie sieht und fühlt, verlieren sie teilweise den Zugang zum fühlenden Herzen und ihr Vertrauen in die Liebe.
Bitterkeit und Selbsthass als Folgen von Liebesmangel
Ein Mensch, der kein Vertrauen mehr in die Liebe hat, hält sich nicht mehr im Herzzentrum auf, sondern im Kopf. Ein Gefühl von Leere macht sich breit, die Selbstliebe schrumpft und die Abneigung gegen das fühlende Herz kann sich bis zum Selbsthass entwickeln.
Das initiiert die Suche nach einem Menschen, der uns liebt, uns Zuwendung schenkt, der uns glauben macht liebenswert zu sein, weil wir selbst den Zugang dazu verloren haben.
Der Glaube abhängig von der Liebe einer anderen Person zu sein, verwickelt uns jedoch in Leid und bringt uns weg von der Liebe, die aus uns selbst entspringt und die wir nicht kontrollieren, manipulieren und bestimmen können.
Die Illusion in der Liebe
Das Sprichwort „Liebe macht blind“ wird schmunzelnd aber auch abwertend benutzt. Verliebtheit setzt die Ratio ausser Kraft. Alles verwandelt sich in Schönheit, in Zartheit und in allem und jedem können wir Liebe erkennen. Absichtslos verwandelt sich der Mensch in ein liebendes Wesen. Das ist seine Natur. Wir haben es nur vergessen.
Wir sind der Illusion verfallen, das wir Liebe von aussen brauchen und dadurch bekommen was uns im Inneren scheinbar fehlt. Liebe wird vollständig auf einen andere Person projeziert, während sich im Inneren ein schlechtes Gefühl von Minderwert und Mangel breitmacht.
In der Sexualität ist das gegenseitige Fühlen und sich verbinden im Herzraum wesentlich. Sexualität ohne Herz hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Wenn wir uns abhängig machen von der anderen Person, haben wir die Liebe längst verlassen.
Liebe verwirklichen
Wenn zwei Liebende sich treffen verbinden sich zwei magnetische Felder. Eine Verbindung herzustellen, heisst mit einem anderen Menschen mehr Liebe zu verwirklichen. Dies meint: miteinander den Ursprung der Liebe, das Herz zu teilen, zu geben, zu empfangen – im Wissen das wir in unserer Essenz Liebe sind.
Ist die Negativität im Herzen transformiert leben wir glücklich, mitfühlend, erfüllt und empatisch. Wir lieben uns selbst und andere und fühlen uns mit allem verbunden.
Textauszüge aus dem Buch „Der Organ-Kalender des Tibetan Pulsing“ von Elvira Schneider.
