Der Dünndarm
Jedes WE ist einem Oberthema aus den 24 Organthemen der Tibetanischen Körpertherapie gewidmet. Hier erfolgt eine Betrachtung der Dünndarm Themen. Die Beschreibung der Tibetanischen Körpertherapie finden sie unter dem Punkt: Was ist Körpertherapie.
Die Entwicklung von Zuneigung und Objektivität
Farbe: hellrosa
Tiere: Hase, Schwein, Flamingo
Ton: O
Der 5. Lendenwirbel, der unterste Wirbel der Alles trägt, er hat die weibliche und rezeptivste Postion, alles hängt von ihm ab. Dort ist das Fundament unserer räumlichen Wahrnehmung und Rezeptivität.
Der Dünndarm kontrolliert und trägt Alles, er zieht durch seine Rezeptivität alles an.
Ein Mensch der zu dir sagt: “Ich tue Alles für Dich”, wird zum Träger der Last.
Die allermeisten Bandscheibenvorfälle treten im 5.Lendenwirbel auf.
Ein ausgeglichener Dünndarm zeigt sich durch folgendes aus:
– innere Zufriedenheit
– eine offene, zärtliche und warmherzige Haltung sich selbst und anderen gegenüber
– das innere Wissen nicht getrennt zu sein von Anderen und ein unverzichtbarer wertvoller Teil des großen Ganzen zu sein
– Ärger direkt ausdrücken zu können, anstatt ihn runter zu schlucken und zu schmollen
– der Wunsch der Welt gerne unser Geschenk, unseren Beitrag zu schenken
– es erfüllt uns, wenn unser Geschenk angenommen wird
– gerne für andere da zu sein und sich auch abgrenzen können, Nein sagen können und auch gut für uns selbst sorgen zu können
– unsere Zuneigung direkt zeigen zu können und es zu genießen andere zu umsorgen oder auch umsorgt zu werden
– Geben und Nehmen ist ausbalanciert in unserem Leben
– wir können Balance und Frieden für andere bringen, erfahten Momente von tiefer Zufriedenheit und fühlen uns eins und mit Allem verbunden
Psychische Probleme eines disbalancierten Dünndarm: (weiter unten im Text, mehr dazu)
– Besitzergreifung und Abhängigkeit
– Übergriffigkeit und Vereinnahmung und Manipulation
– Sadomasochismus (Meister &Sklave)
– passive Aggression die sich nach innen richtet, weil äußerlich verboten
Körperliche Probleme mit dem Dünndarm:
– Durchfall, Morbus Crohn, Nabelbruch, Hauterkrankungen, Dünndarmentzündungen, Dünndarmtumore, Zöliakie und andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien
Die Nabelschnur
Durch die Nabelschnur sind wir mit der Mutter verbunden. Im Mutterleib waren wir gehalten, genährt, sicher und geborgen.
Aufgrund des Durchtrennens der Nabelschnur nach der Geburt erfahren wir Abschied und Trennung von diesem Zustand.
Der Nabel symbolisiert die Sehnsucht nach Verschmelzung mit der Mutter. Wenn wir als Erwachsener dieses Sog nach Verschmelzung mit einem anderen Menschen fühlen, ist das wie ein regressiver Sog in die damalige unbewußte kindliche Einheit.
Ohne die vollständige Abnabelung von der Mutter ist kein eigenes freies und selbstverantwortliches Leben möglich.
Manipulation und passive Aggression
Manipulation lernen wir in der Kindheit. Wir brauchen etwas und lernen sehr schnell als Kinder, wie wir unsere Eltern dazu bekommen, das sie uns geben was wir brauchen. Wir verhalten uns zückersüß oder wir werden zu kleinen Monstern. Wir lernen ein bestimmtes Verhalten, was zum Erfolg führt. Wir lernen die anderen durch unser Verhalten zu manipulieren.
Wenn Kindern keine Grenzen gesetzt werden, werden sie später zu kleinen und großen Tyrannen.
Das Kind braucht wirkliche Zuneigung, dann braucht es nicht immer manipulativer und feindseliger zu werden. Es braucht Gleichberechtigung und das man auf seine Bedürfnisse schaut, die die glücklich und zufrieden machen.
Passive Aggression entsteht auch in der Kindheit, wenn wir unsere Wut nicht ausdrücken konnten. Dann haben wir uns zurückgezogen, haben geschmollt, haben uns unverstanden gefühlt und allein und wollten nur noch in Ruhe gelassen werden. Innen brodelte die Wut, die immer mehr zu Hass auf die anderen wird.
Diese Kindheitsmuster von Manipulation und passiver Aggression leben dann in unseren Beziehungen weiter.
In einer nach Harmonie und Symbiose strebenden Beziehungswelt geraten wir in regressive Dynamiken und werden zu bedürftigen oder schmollenden Kindern.
Wir suchen zur falschen Zeit und am falschen Ort. Die Vergangenheit ist vorbei und es gilt den alten Schmerz der Verlorenheit und Trennung und Einsamkeit zu fühlen. Es braucht es, das wir die alten Geschichten hinter uns lassen.
Wie ist es möglich die Nabelschnur zur Mutter endgültig zu trennen, um ein freier und selbstverantwortlicher Mensch zu werden?
Wir lernen Schritt für Schritt zu geben, anstatt zu wollen.
Hingeben anstatt zu besitzen,
dienen anstatt zu herrschen.
In der Meditation wenden wir uns an die grosse Mutter, die Erde, verbinden uns mit ihr und mit uns. Wir erkennen unser tiefes Alleinsein an und daraus entfaltet sich unser tiefes Einssein mit Allem.
Auf die Geschichte von Eva und Adam neu geschaut.
Die Verführung waren nicht die Früchte um Eva’s Hals sondern ihre Brustwarzen. Adam hatte die Illusion auf schnellstem Wege die Erfahrung der ersten Ekstase wiederholen zu können. Die Abkürzung ins Paradies. Wie befreien wir uns von dieser ersten Versuchung, die eine Retadierung ins Kindsein ist?
Das Verständnis hier von, schenkt Freiheit, Freiheit von der Illusion dass dich dieses Objekt glücklich machen kann.
Sexuelle Abhängigkeit und Sadomasochismus
In der sexuellen Erfahrung erleben wir das der andere uns für Momente glücklich machen kann. Davon wollen wir mehr, das festigt die Illusion, das wir den anderen dafür brauchen.
Aus Angst, Verwirrung und Mangel an Verständnis werden wir von unserer Sexualität gefangengenommen.
Das Meister-Sklave Spiel beginnt. Der andere ist der/die Tollste, Grösste und wir stellen den anderen auf einen Thron. Irgendwann funktioniert das ganze Spiel nicht mehr, wir werfen den anderen vom Thron und dann ist die Beziehung vorbei oder wir finden uns auf einer tieferen ehrlicheren und nüchternen Ebene wieder neu.
Beim Sadomasochismus treffen sich Sadist und Masochist. Geht ein Mann zu einer Domina, braucht er die Erniedrigung um sexuell stimuliert zu werden. Er wiederholt die alte Erfahrung mit der Mutter, die ihn vollständig in Besitz genommen hat. In der kindlichen Bedürftigkeit und Abhängigkeit war er der Aggression der Mutter ausgeliefert, die sich später in Selbsthass und unterdrückter Aggression breitmacht. Die Domina hilft dem Mann einen Teil seiner Spannung abzubauen.
Besitzen versus Freilassen
Der Dünndarm ist das konservativste Bewusstsein. Gehe zu deiner Mutter, du bist immer noch ihr Baby, ihr Besitz. Das Bewusstsein besitzt zu werden steckt so tief in uns. Wir waren der Besitz unserer Mutter, unserer Grossmutter.
Wie seltsam, das wir sofort, wenn wir das finden, was wir immer gesucht haben, mit dessen Zerstörung beginnen, indem wir es in Besitz nehmen. Das ist die barbarische Seite des Verstandes, die Gier nach Besitz.
Alles was wir besitzen wird mit der Zeit hässlich und verstaubt, es verliert seine Schönheit, seine Lebendigkeit und seine Freiheit.
So ist das mit Besitztümmern und auch mit Menschen.
Es geht darum zu teilen, freizulassen und nicht festzuhalten.
Aussteigen
Wir wollen aussteigen aus unserem konflikthaften Beziehungen, aus unserem konflikthaften Leben und neu beginnen.
Das Ding ist bloss, wohin wir auch gehen, wir nehmen uns mit. Die süsse Hingabe und Rezeptivität die anfangs da waren, werden irgendwann zu Aggressionen, zu Gier, Manipulation und Machtspielen.
Ohne nach Innen zu gehen, hinzuschauen und die Verantwortung zu übernehmen, die Angst zu erkennen, die Wut aufzuknacken und das Leid aufzulösen, ohne dieses Nach-innen-gehen wird das Aussteigen völlig zwecklos. Es geht darum die Muster unserer Kindheit loszulassen.
Es ist an der Zeit, diesen Teil von uns zu zerstören, der Teil, der Angst hat seine eigene Wahrheit zu leben und dafür zu rebellieren. Neue Prinzipien sind: Unabhängigkeit, Selbstrespekt und unser Bedürfnis nach Sicherheit zu achten.
Objektivität
Objektivität zu entwickeln, heisst zum Beobachter unser Selbst zu werden. Uns von allen Anhaftungen und Identifizierungen zu lösen.
Das gelingt nur durch Meditation, wenn man sich auf den inneren Weg der Selbsterkenntnis und Bewusstheit macht.
Dann lockert sich auch unsere Anhaftung an das kollektive Bewusstsein.
In Dankbarkeit die Geschenke des Lebens geben und annehmen.
Textauszüge aus dem Buch „Der Organ-Kalender des Tibetan Pulsing“ von Elvira Schneider.
